Offener Brief zu den Beiträgen in den Naunhofer Nachrichten 27.3.09 "DSL über Funk auch in Fuchshain"(die Stadtverwaltung Naunhof verh
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Offener Brief zu den Beiträgen in den Naunhofer Nachrichten 27.3.09 "DSL über Funk auch in Fuchshain"(die Stadtverwaltung Naunhof verhandelt mit einem zweiten Funk-DSL-Anbieter) und "Telekom bringt DSL nach Ammelshain"(mit sage und schreibe 384kbit/s und das sogar schon ab 2011)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Herrmann,
seit ca. 1996/1997 gibt es in Deutschland DSL, auch in Naunhof, allerdings nicht in vielen umliegenden Ortsteilen. In letzter Zeit häufen sich die Nachrichten im Sprachrohr des Bürgermeisters, die den Eindruck vermitteln, als ob Sie dieses Problem seit langem und mit hoher Priorität versuchen zu lösen. Doch der Eindruck täuscht - zu dieser Erkenntnis kann man kommen, wenn man die aktuellen Ergebnisse nach 14 Jahren dieses Bemühens betrachtet. Viele Bürger der umliegenden Gemeinden von Naunhof surfen immer noch mit ISDN- oder Analog-Modem-Schneckentempo. Highspeed-Internet gehört normalerweise zur Grundversorgung der Bevölkerung wie Wasser, Gas Strom, Verkehrsanbindung usw.. Bei Highspeed-Internet, Herr Herrmann, reden wir übrigens nicht von 384 kbit/s. In 2011 sind auch 6 Mbit/S ein Witz!
Da in Fuchshain Ihre Bemühungen diesbezüglich bislang nicht spürbar waren, haben einige Bürger vor 4 Jahren das Problem selbst in die Hand genommen – übrigens gänzlich ohne Fördermittel oder sonstige Unterstützung seitens der Stadt Naunhof. Scheinbar ist dies im Rathaus von Naunhof und bei Ihnen bis heute nicht bekannt! Mittlerweile ist durch die Eigeninitiative in großen Teilen von Fuchshain Highspeed-Internet per Funk bis 20Mbit/s und zu vernünftigen Konditionen möglich.
Allerdings sind jegliche Lösungen per Funk nur Not- und Übergangslösungen!
Denn mit zunehmend bandbreitehungrigen zukünftigen Anwendungen wie Video oder TV in HD-Qualität, kann ein Medium wie Funk, dass sich technologiebedingt viele Teilnehmer teilen, nicht mehr mithalten. Wenn man vergleicht, mit welcher Geschwindigkeit man vor 20 oder 10 Jahren im Internet gesurft hat und nun heute zumindest in Naunhof surft, bekommt man einen Eindruck, mit welchen Geschwindigkeiten man zeitgemäß zukünftig in 10 und 20 Jahren surfen wird (oder auch nicht, wenn man in Ihren Ortsteilen wohnt, Herr Herrmann!). Wir reden hier von 100 und mehr Mbit/s! Wir müssen das Problem grundsätzlich und strategisch-zukunftsorientiert anfassen. Hier u.U. zehntausende Euro Steuermittel oder sonstige Fördermittel in Funklösungen oder Aufbohren veralteter DSL-Technik auf ein Drittel der sonst bei DSL heute üblichen Geschwindigkeit zu stecken, ist vollkommen sinnlos.
Funklösungen können als Übergangslösung dienen. Sie können wie in Fuchshain auch ohne Fördermittel als sich selbst tragende Projekte realisiert werden!
Stecken Sie Fördermittel in das richtige Projekt und da gibt es nur eins:
Glasfaser in jedes Haus!
Mit Glasfaser gibt es nie wieder Bandbreiteprobleme!
Natürlich verlangt dies umfangreichere Finanzmittel (wir reden hier nicht von 10.000 oder 50.000 Euro) und jede Menge Eigenleistungen und eine ausgefeilte Strategie und sofortiges Handeln! Beispiele: - Leerrohre in jede Straßenbaumaßnahme ab morgen! Insbesondere z.B. auch in (unter) den Radweg zwischen Fuchshain und Naunhof (warum ist dies nicht zwischen Naunhof und Ammelshain erfolgt?) - ABM-Maßnahmen o.ä. (nicht Grasmähen, sondern Leerrohr-Verlegung!) - Vielleicht packen manche Bürger auch gemeinsam mit an! Es gibt übrigens auch lokale Tiefbauunternehmen in der Gegend, die so Arbeitsplätze schaffen oder sichern können! - Vermietung des Lehrrohrsystems an das leistungsfähigste Telekommunikationsunternehmen (und dies muss nicht unbedingt die Telekom sein) - Beantragung von richtigen Fördermitteln über aktuelle oder zukünftige Konjunkturprogramme der Bundesregierung oder anderer Institutionen für dieses Vorhaben
These zum Zeithorizont: Durch gemeinsames Handeln ist es in 3 Jahren schaffbar, 80% der Häuser von Naunhof und allen umliegenden Ortsteilen mit Internet mit 100 Mbit/s und mehr zu versorgen!
Ein Wort zur Telekom, die häufig und auch in Ihrem Sprachrohr als Problemursache herhalten muss. Ältere Bestands-Technik hat nun mal Grenzen. Investreserven zur deutschlandweit flächendeckenden Ausschüttung stehen in heutigen Zeiten keinem Unternehmen zur Verfügung. Insofern versteht zumindest der Verfasser voll und ganz die Telekom, wenn sie sich auf ausgewählte Standorte konzentriert. Nur reden Sie mit diesem Unternehmen über die richtigen Themen (siehe oben?) oder über Notlösungen? Warum soll Naunhof, Fuchshain oder Ammelshain für wirkliche Zukunftsprojekte interessanter sein für die Telekom als Berlin,Dresden oder Leipzig? Dafür können nur wir und müssen wir sorgen!
Packen Sie Highspeed-Internet jetzt bitte richtig und mit oberster Priorität an, machen Sie es zur Chefsache Herr Bürgermeister!
Mit freundlichen Grüßen
Knut Krause, Fuchshain, 28.3.2009
